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KOMMENTAR Steckt die Krise in den Köpfen?Gegenwärtig ist die Krise in aller Munde. Allerdings scheint sie auch vorrangig nur dort zu sein. Wirklich spürbar ist sie allenfalls für jene geworden, die sich ohnehin am Ende der wirtschaftlichen Nahrungskette befinden. Und es mag vielleicht sein, dass auch die Steuerzahler demnächst "krisenbedingt" etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Schließlich muss ja auch diversen Bürgschaften eine gewisse Tragfähigkeit verliehen werden. Man sieht also, dass die Krise im Alltag überwiegend theoretischer Natur ist. Doch ähnlich wie die Schweinegrippe ist sie den Beweis ihrer ausgeprägten Gefährlichkeit noch weiterhin schuldig. Dennoch sind die Leute misstrauischer und vorsichtiger geworden. So auch viele Banken. Es werden weniger Kredite als zuvor verliehen, leidtragende sind nicht nur Privatpersonen, sondern auch die Firmen, also die gesamte Wirtschaft. Umso verblüffender, dass vor allem die regionalen und privaten Banken bislang kaum von der Krise betroffen sind. Mitunter fahren insbesondere die Privatbanken Gewinne ein. Denn in der Tat haben sich viele Kunden für den Wechsel von der Großbank hin zur Privatbank entschieden. Eine solche Privatbank ist beispielsweise die Sal. Oppenheim. Genau genommen ist sie eine der ältesten sowie die mittlerweile grösste Privatbank Europas. Sie ist seit jeher fest im Besitz der Familie Oppenheim. Besonder erfolgreich ist z.Zt. die schweizer Niederlassung unter Führung von Christian A. Camenzind. «Wir hatten im letzten Jahr einen Nettoneugeldzufluss von 12%, das war das beste Ergebnis seit langem» sagt Camenzind, Oppenheim in einem Interview der Handelszeitung Online. Dr. Christian A. Camenzind weiter: «Es trifft zu, dass wir von der Situation bei den grossen Banken profitieren. Als unabhängige und solide Bank mit einer guten Reputation fühlen sich die Kunden bei uns sicher». In diesem Interview mit Christian A. Camenzind, Oppenheim Schweiz, sieht man sehr anschaulich, dass die Krise nicht einmal alle Banken betrifft. Wirtschaftliche Krisen sind genauso wie die Börse mehr von den Erwartungen als von der Realität geprägt. Nicht die Rahmenbedingungen, nicht die Fakten und Zahlen sind ausschlaggebend, sondern die kollektiven Erwartungen, Ängste und das kollektive Handeln in einer Gesellschaft sind bestimmend - und damit die grosse, unkalkulierbare Gefahr. Eine Krise gibt es nur dann, wenn einerseits gross von einer Krise berichtet wird - was sicherlich der Fall ist - und andererseits eine grosse Anzahl von Teilnehmern im Wirtschaftskreislauf, also allen voran die Verbraucher, die Produzenten, Dienstleister und Investoren, an diese Krise glauben.
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